Bänkletour „Die Zweite“ am 17.04.2016

Überraschende Blicke auf die Heimat

Bei der Bänklestour der Albvereinsortsgruppe Zwiefalten geht es zu wenig bekannten Orten

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Einen interessanten Ausblick erlebten die Wanderer auf der Bänklestour vom Aussichtspunkt „Freiheit“, oberhalb der Zwiefalter Klosterbrauerei.SZ- Heinz Thumm

Zwiefalten sz Lange war unsicher, ob wegen der widrigen Witterungsverhältnisse die zweite Zwiefalter Bänklestour stattfinden könnte. Dann setzten die Wanderer selbst ein Zeichen. Als am Treffpunkt an der Rentalhalle über 50 Teilnehmer, darunter 15 Kinder und Jugendliche, eingetroffen waren, war eine Absage nicht mehr möglich. Mit geringfügig verändertem Programm startete darauf die Wanderung und blieb – zum Glück – auch am Nachmittag von weiteren Regenfällen verschont.

Flotten Schrittes marschierte die Wandergruppe unter Leitung von Hermann Schmid durch den Park im Zentrum für Psychiatrie Zwiefalten in Richtung Frauentäle. In einem leichten Anstieg ging der Weg in den Teutschbuchhang bis zum Ausschtspunkt an der „Freiheit“ oberhalb der Zwiefalter Klosterbrauerei. Bei dem Blick auf den Ortskern mit dem Münster waren erste Stimmen zu hören, die mitteilten: „Hier war ich vorher noch nie“.

Den Wanderern bot sich ein herrlicher Blick auf den Ort bis zum Bühlhof und auf die Weinhalde in Richtung Sonderbuch. Mit Neugierde wurde auch der Blick auf den Umbau der früheren Apotheke zum neuen und großzügigen Biergarten geworfen. Jeder fand noch ein erwähnenswertes Plätzchen und in den Gesprächen wurde die Freude deutlich bei dem angenehmen Blick auf den Heimatort.

Auf einem ordentlich breiten Waldweg ging die Wanderung weiter in den Kesselbachhang- und Dobelbachhang. Beim Blick auf die Kesselbachquelle erzählte Hermann Schmid eine von vielen Sagen, die sich um den viel bewunderten Quelltopf ranken: „Die Tochter vom Schuhmacher musste einem Kunden ein Paar Schule ausliefern. Auf dem Weg vorbei an der Kesselbachquelle fand das Mädchen eine Kästchen mit Murmeln. Unsicher, ob sie das Kästchen mitnehmen durfte, nahm das Kind nur ein paar Murmeln mit und wollte das Kästchen bei der späteren Rückkehr mitnehmen. Auf dem Heimweg fand sie aber das Kästchen nicht mehr. Zu Hause angekommen untersuchte das Mädchen die mitgebrachten Murmeln und stellten mit großem Erstaunen fest, dass es sich dabei um Murmeln aus reinem Gold handelte.“

Mit dem Blick auf die Kesselbachquelle gab es für die Teilnehmer an einer Station Gauinger Apfelsaft und von der Familie Bobke Obstler aus eigenem Anbau. Hans Weckenmann informierte über Blumen und Kräuter am Wegrand und erzählte über die Wirkung vieler Pflanzen. Über den „Italienerweg“, ein Waldweg, der von italienischen Kriegsgefangenen nach dem ersten Weltkrieg gebaut worden war, wurde das Dobeltal erreicht. Dort gab es belegten Brote vom Hof Münch in Hochberg. Die Narrenzunft Zwiefalten bot dazu Erfrischungsgetränke an.

Hans Weckenmann informierte an historischer Stätte darüber, dass noch vor 60 Jahren über das Dobeltal eine Holzbrücke verlief, welche die Nordseite mit der Südseite verband. Gleich blühte die Fantasie auf und wurden Vorschläge gemacht, wie so ein Projekt wieder realisiert werden könnte. Auch über die Besonderheit eines dortigen „Hungerbrunnens“ wurde berichtet: Immer bei Hochwasser im benachbarten Donautal, wenn die Wiesen in Bechingen und Zell überschwemmt sind, sprudelt dort eine Quelle. Diese Beobachtung zeigt, dass eine unterirdische Verbindung zwischen den beiden Tälern bestehen muss.

Schon beim Start im Rental waren die Kinder informiert worden, dass unterwegs Memoryplättchen versteckt seien. Wenn alle gefunden und richtig zusammengefügt würden, ergebe sich eine Überraschung, die mit Preisen für die Finder belohnt würde. Bei der Heimkehr ins Sportheim im Dobeltal zeigte sich die Auflösung. Auf einem Foto wurde der Schriftzug erkannt: „125 Jahre Albverein Zwiefalten“.

Am 17. Juli 2016 feiert die Ortsgruppe Zwiefalten des Schwäbischen Albvereins zusammen mit einigen benachbarten Albvereinsgruppen ihr 125-jähriges Bestehen mit einer Sternwanderung auf die Burg Derneck. Die Wanderer erhielten dazu eine Einladung und Informationen zum Jubiläum. Die Kinder bekamen als Dank für ihre Teilnahme und das Finden der Memoryplättchen eine Reihe von Überraschungsgeschenken.

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